People

Nah dran am Nachwuchs

In der ISS Ausbildungswerkstatt in Karlsruhe begleitet Janek Joachimsthaler (rechts im Bild) den technischen Nachwuchs vom ersten Tag an. Geduld, Fachwissen und ein offenes Ohr machen ihn dabei zu einem wichtigen Ansprechpartner für die Auszubildenden.

Medien klein

Pünktlich um 7.30 Uhr füllt sich die ISS Ausbildungswerkstatt in Karlsruhe mit Leben. An den Werkbänken wird gemessen, montiert und diskutiert. Einer behält dabei stets den Überblick: Janek Joachimsthaler ist bei ISS Ausbilder für die berufliche Erstausbildung zum Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme. Der 33-Jährige begleitet die Auszubildenden durch die Lehrjahre, beantwortet Fragen, gibt Orientierung und sorgt dafür, dass aus Nachwuchskräften Schritt für Schritt Servicetechniker werden.

Janeks Weg in diese verantwortungsvolle Position verlief nicht ganz geradlinig. Ein Studium mit den Schwerpunkten Energietechnik und erneuerbare Energien brach er nach drei Semestern ab. „Es war einfach nicht das Richtige für mich. Wir haben mit 70 Studierenden angefangen. Als ich gegangen bin, waren wir nur noch neun“, erzählt Janek. Stattdessen entschied er sich für den praktischen Weg und begann genau die Ausbildung, für die er heute selbst den Nachwuchs fit macht.

Nach seinem erfolgreichen Abschluss im Jahr 2017 sammelte er Berufserfahrung und absolvierte parallel die Meisterschule. Bei ISS heuerte er 2020 zunächst als Servicetechniker an. Nach dem erfolgreichen Meisterabschluss übernahm er zusätzliche Verantwortung als Betriebsleiter, bevor sich eine neue Chance eröffnete. „Als die Region Süd die technische Ausbildung neu aufbauen wollte und mir die Stelle angeboten wurde, war ich schon interessiert. Ich bin ein sozialer Typ und habe die Muße, die Dinge auch ein paar Mal öfter zu erklären“, scherzt Janek.

Seit 2024 setzt ISS auf ein neues Ausbildungskonzept, dessen Herzstück die eigene Ausbildungswerkstatt in Karlsruhe ist. Statt die Auszubildenden während des ersten Ausbildungsjahres überwiegend bei überbetrieblichen Partnern einzusetzen, verbringen sie ihre Grundausbildung vollständig bei ISS. Dazu gehört auch ein eigenes Azubi-Haus, das den Nachwuchskräften während ihres Aufenthalts in Karlsruhe ein Zuhause auf Zeit bietet. Für Janek ist das ein entscheidender Vorteil. „Ich kann die Azubis viel besser auf das vorbereiten, was sie später bei uns im Service wirklich erwartet. Bei Problemen kann ich gleich gegensteuern“, sagt er.

Die Werkstatt selbst bietet optimale Voraussetzungen für den Einstieg in den Beruf. An acht voll ausgestatteten Werkplätzen lernen die Auszubildenden die handwerklichen und elektrotechnischen Grundlagen. Von Installations- und Schützschaltungen über SPS-Steuerungen bis hin zu KNX-Systemen arbeiten sie sich Schritt für Schritt durch die verschiedenen Themenfelder.

Whiteboards für den Unterricht und zahlreiche Übungsaufbauten ermöglichen praxisnahes Lernen. „Wir beginnen den Tag mit einem Ausblick auf das, was ansteht. Danach widmen sich alle ihren Aufgaben. Bei Fragen bin ich jederzeit ansprechbar. Später am Tag ziehe ich dann meine Kreise durch die Werkstatt und gehe den Azubis auf die Nerven“, sagt Janek mit einem Augenzwinkern.

Auch nach dem ersten Ausbildungsjahr bleibt die Praxis ein zentraler Bestandteil des Konzepts. Im zweiten Jahr wechseln die Auszubildenden zunehmend in die Serviceteams und lernen verschiedene technische Gewerke kennen. Für die Vorbereitung auf die Zwischenprüfung kehren sie für einige Wochen in die Werkstatt zurück, wo Janek sie gezielt vorbereitet.

Für die Zukunft hat er bereits weitere Ideen. Gerne würde er häufiger mit den Auszubildenden zu Kundenstandorten fahren und ihnen unterschiedliche Anlagen und Einsatzbereiche zeigen. „Auch ich freue mich, wenn ich mal rauskomme und die Standorte sehe. Die Jungs lernen dadurch verschiedene Gewerke kennen – das hilft ihnen später enorm im Service“, sagt Janek, der sich auch noch im Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer engagiert und damit die Ausbildung seines Berufsstands aktiv mitgestaltet.

Privat ist Janek Familienmensch durch und durch. Als Vater von drei Kindern ist er es gewohnt, den Überblick zu behalten und gleichzeitig flexibel zu reagieren – Fähigkeiten, die ihm auch als Ausbilder tagtäglich zugutekommen. Wenn neben Familie und Beruf noch Zeit bleibt, steht er gerne in der Küche. Kochen gehört zu seinen großen Leidenschaften.