Zu Beginn seiner beruflichen Karriere arbeitete Mike Büteröwe als Energieelektroniker im Steinkohlebergbau. Heute kümmert er sich als freigestelltes Mitglied im Betriebsrat von ISS um die Anliegen der Mitarbeitenden.
Wie schafft man es, die Interessen der Mitarbeiter und des Unternehmens in Einklang zu bringen? Mike Büteröwe kennt die Antwort. Der 55-Jährige ist seit mehr als drei Jahren freigestelltes Mitglied im Betriebsrat von ISS. Die Arbeit ist für Mike nicht nur berufliche Verpflichtung, sondern auch eine Herzensangelegenheit. „Wir kümmern uns um alle Mitarbeitenden, die mit Problemen und Fragen oder beispielsweise auch bei persönlichen Schicksalsschlägen zu uns kommen. Unsere Aufgabe ist es, ihre Interessen gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten“, berichtet er.
Auf dem Weg in seine verantwortungsvolle Position hat Mike eine Vielzahl von Stationen durchlaufen. Den Grundstein legte der gebürtige Wattenscheider im Jahr 1987 mit einer Ausbildung zum Energieelektroniker im Steinkohlebergbau. „Eigentlich wollte ich etwas Kaufmännisches machen, aber das hat leider nicht funktioniert. Mein Vater war Steiger und meinte dann eines Tages, ich soll ihm mal eine Bewerbung mitgeben“, erzählt Mike, der das Zechensterben im Ruhrpott hautnah miterlebte.
In den Neunzigern zog es ihn für mehrere Jahre in die Handwerksbranche, wo er für eine kleine Bochumer Firma Schaltanlagen baute. Ein Jahr nach der Jahrtausendwende wechselte Mike zu einem großen Unternehmen aus der Bau- und Dienstleistungsbranche, wo er die unterschiedlichsten Positionen bekleidete. Dort war er zunächst als Servicetechniker, später dann als Materialdisponent, Objektmanager und Teamleiter der Facility Services tätig. Von 2016 bis zur Übernahme durch ISS im Jahr 2019 war Mike als Teamleiter Objektmanagement für ganz Nordrhein-Westfalen zuständig.
Bei ISS bekleidete er zunächst die Position des Leiter Site und Property Management in der Niederlassung in Bochum. „Von 2021 bis 2023 war ich Leiter der Hausmeisterteams für NRW und Hessen und kam dabei mit den unterschiedlichsten Menschen in Berührung. In den Jahren 2022 bis 2025 habe ich parallel zu meiner Tätigkeit im Betriebsrat die Auszubildenden für den Berufszweig Kauffrau/-mann für Büromanagement betreut. Das hat mir sehr viel Freude bereitet, denn wenn man mit jungen Leuten arbeitet, bleibt man selbst jung“, sagt Mike.
Aber nicht nur bei der Arbeit mit den jungen Auszubildenden fühlte sich Mike gut aufgehoben. Vom Unternehmensklima bei ISS ist der Vater von zwei Töchtern positiv angetan. „Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit habe ich mich hier schnell wohler gefühlt als noch bei meinem Vordienstleister. Es herrscht ein sehr offener Umgang miteinander, die Geschäftsführung ist nicht so abgekapselt. Auf einmal sitzt sie am Schreibtisch neben dir“, sagt Mike.
Sein Arbeitsalltag als freigestelltes Mitglied im Betriebsrat ist sehr vielfältig. „Eigentlich ist jeder Tag verschieden. Das schätze ich sehr. Wir beteiligen uns an Vorstellungsgesprächen und haben ein Mitbestimmungsrecht bei Einstellungen. Ich war bereits mehrmals bei Tarifverhandlungen dabei. Bei der letzten Betriebsratswahl für die Region Mitte war ich Wahlleiter. In Kürze werde ich diese Funktion auch bei der Wahl der Jugend- und Auszubildendenvertretung und bei der Wahl der Vertreter der Schwerbehinderten ausfüllen“, erzählt Mike.
All seinen Tätigkeiten wohnt dasselbe Grundprinzip inne: „Auch wenn wir Themen mitunter aus unterschiedlichen Perspektiven als die Geschäftsführung betrachten, verfolgen wir am Ende dasselbe Ziel: dass es dem Unternehmen gut geht.“ Denn: „Je besser es der Firma geht, desto besser geht es den Mitarbeitenden – und desto weniger Arbeit haben wir“, sagt Mike mit einem Augenzwinkern.
Mit Blick auf die Zukunft will sich der passionierte Dartsspieler und Schalke-Fan nicht festlegen. „Für die nächsten vier Jahre bin ich weiterhin im Betriebsrat. Gerne bleibe ich auch noch länger. Andererseits hätte ich auch kein Problem damit, wieder etwas anderes zu machen, wenn sich die Möglichkeit auftut“, sagt er. Denn, das hat Mike in all den Jahren gelernt: „Irgendwo geht eine Tür zu, irgendwo geht eine Tür auf.“